Alexandra Binnenkade
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
alexandra.binnenkade-at-unibas.ch
Studium der Allgemeinen Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit, Kunstwissenschaft sowie des Völkerrechts in Basel. Historisch-anthropologische Abschlussarbeit zum Streik der Gotthardtunnel-Arbeiter 1875 (Alltag, Migration, Technikgeschichte, Uri). 2007 abgeschlossene Dissertation bei Prof. Dr. Heiko Haumann und Prof. Dr. Josef Mooser am Historischen Seminar der Universität Basel mit dem Titel "KontaktZonen. Alltagsbeziehungen als räumliche Praxis in einem jüdisch-christlichen Dorf, Lengnau (Schweiz) im 19. Jahrhundert", 2004/2005 gefördert durch Stipendien der Goldschmid-Bollag-Stiftung und der FAG Basel. 2001-2004 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Vertraut und fremd zugleich. Juden in interkulturellen Beziehungen – ein interdisziplinäres Projekt" (Forschungsfonds der Universität Basel), Team unter der Leitung von Prof. Dr. Heiko Haumann, Historisches Seminar Basel. Div. Lehraufträge und Auftragsforschung seit 1999. 2010/2011 Post-doc-Stipendiatin des Schweizerischen Nationalfonds als Visiting Scholar an der Harvard Graduate School of Education mit einer Fallstudie über Formen der Vermittlung von Gewalt im aktuellen Geschichtsunterricht (Civil Rights Movement).
Aktuelles
Alexandra Binnenkade: Neue Ansichten: Fotografien im Unterricht, in: Bilder und Töne entziffern / Des images et des sons à déchiffrer. Colloque Memoriav Kolloquium 2008, Baden: hier+jetzt 2009, S. 128-138.
Soeben erschienen:
Alexandra Binnenkade: KontaktZonen. Jüdisch-christlicher Alltag in Lengnau, Wien / Köln / Weimar: Böhlau Verlag 2009 (Industrielle Welt, Bd. 75), ISBN 978-3-412-20322-1.
Lengnau liegt im Aargauer Surbtal. Für mehr als hundert Jahre war es zusammen mit Endingen der einzige Ort in der Schweiz, an dem sich Jüdinnen und Juden niederlassen durften. Seinen Höhepunkt erreichte das interkulturelle Zusammenleben um 1850, als die Bevölkerung je zur Hälfte einer der beiden Religionen angehörte.
KontaktZonen handelt von den Geräuschen, Gerüchen und Traditionen an diesem Ort. Es schildert, wie Nationalstaatsgründung, Industrialisierung und liberale Gesellschaftskonzepte in den Bauernhöfen wie in den berühmten Doppeltürenhäusern Lengnaus wahrgenommen und diskutiert wurden, und welche Wege die Bevölkerung fand, um ihre eigenen dörflichen Wertvorstellungen auch in der neuen Zeit zu leben. Indem die Autorin jüdisch-christliches Zusammenleben mit Konzepten von Kulturkontakt untersucht und sich dabei auf aktuelle Raumtheorien stützt, verändert sie die Geschichte Lengnaus. In den Blick geraten damit bislang unbekannte Räume des Dorf-Alltags, die bisherige Vorstellungen von einer dem religiösen Bekenntnis entlang segregierten Gesellschaft in Frage stellen.
http://www.boehlau.at/978-3-412-20322-1.html
Alexandra Binnenkade, Ekaterina Emeliantseva, Svjatoslav Pacholkiv: Vertraut und fremd zugleich. Jüdisch-christliche Nachbarschaften in Warschau – Lengnau – Lemberg. Mit einem Geleitwort von Heiko Haumann, Wien / Köln / Weimar 2009 (Jüdische Moderne, Bd. 8), ISBN 978-3-412-20177-7.
Wie fremd waren sich Menschen in jüdisch-christlichen Nachbarschaften und wie viel Vertrautheit konnte durch das räumliche Miteinander entstehen? Diesen Fragen gehen die AutorInnen dieses Buches anhand von drei Fallstudien zu den Städten Warschau (Polen), Lengnau (Schweiz) und Lemberg (Ukraine) zwischen dem Ende des 18. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts nach. Nachbarschaft brachte hier eine gemeinsame Sprache hervor, und es zeigt sich, dass Juden und Christen in vielfältigem Austausch zusammen lebten. Christliche oder jüdische "Ghettos" gab es an keinem dieser Orte. Religionsüberschreitende Vertrautheit war alltäglich: nicht nur kulturell sondern auch räumlich. Trotz jahrzehntelangem friedlichem Zusammenleben blieben Ausgrenzungsmechanismen wirksam. Die AutorInnen zeigen, wie Vertrautheit in Fremdheit verwandelt werden und scheinbar plötzlich in heftige Gewalt umschlagen konnte.
http://www.boehlau.at/978-3-412-20177-7.html
Autorenteam: Viele Wege - Eine Welt. Erster Weltkrieg - Globalisierung, Bern: schulverlag 2005, ISBN 3-906738-41-8.
Das völlig neue themen- und zielbezogene Lehrwerk für die Sekundarstufe I deckt sowohl historische wie sozialgeografische Lehrplaninhalte ab. Das Lehrmittel ist so angelegt, dass jedes Kapitel einen vollständigen Lernprozess ermöglicht. Die vier Schritte dieses Lernzyklus heissen: Inhalt betrachten, Methoden erlernen, Wissen erarbeiten, Thema ausweiten. Alle vier Phasen lassen verschieden ausführliche Varianten des Lernens zu. Band 9 behandelt den Zeitraum von 1914 bis 2004.
Forschungsschwerpunkte
- Kontaktzonenforschung/contact zones (Neuzeit)
- Kulturgeschichte
- Raumtheorien
- Fotografie/ Visual Literacy
- Historisches Bewusstsein/Geschichtsdidaktik
Mitgliedschaften und Ehrungen
- Preis der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel für die Dissertation "KontaktZonen" (2008)
- Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) - Abteilung Tagungen
- History of Education Society



