lic.phil. Paola Cimino
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt "Vater-Sohn-Beziehungen um 1800"
paola.cimino-at-unibas.ch
Paola Cimino, geb. 1979 in Basel, hat Geschichte und Anglistik an den Universitäten Basel und Wien studiert; Abschluss als lic. phil. im Februar 2005 mit einer Arbeit bei Prof. Dr. Kaspar von Greyerz über das Geselligkeits- und Musikleben im Basel des 19. Jahrhunderts (Titel: «Da hat die Geselligkeit edeln Gehalt» – Das Riggenbach’sche Kränzchen als Beitrag zur Geselligkeit und zum Musikleben im Basel des 19. Jahrhunderts). Seit Oktober 2006 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Claudia Opitz-Belakhal am Historischen Seminar der Universität Basel tätig und arbeitet an ihrem vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Dissertationsprojekt „Vater-Sohn-Beziehungen und -konflikte in städtischen Eliten der Deutschschweiz um 1800“. Sie ist Kollegiatin des Graduiertenkollegs „Gender in Motion – Wandel und Persistenz in den Geschlechterverhältnissen“ unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Maihofer am Zentrum Genderstudies in Basel.
Aktuelles
Dissertationsprojekt (laufend)
„Vater-Sohn-Beziehungen und -konflikte in städtischen Eliten der Deutschschweiz um 1800“
Ausgehend von der in der Forschung unstrittigen These, dass der Zeitraum zwischen ca. 1750 und 1830 eine Phase intensivierten gesellschaftlichen Wandels oder gar eines deutlichen Umbruchs war (Aufklärung, Französische Revolution, Helvetik, Restauration etc.), soll der Frage nachgegangen werden, wie sich diese Umbruchsprozesse spezifisch auf Beziehungen zwischen Vätern und Söhnen in städtischen Eliten der Deutschschweiz ausgewirkt haben. Dabei wird davon ausgegangen, dass Vater-Sohn-Beziehungen als Generationenbeziehungen zu betrachten sind, die als Teil der Eltern-Kind(er)-Beziehungen zu verstehen sind, als Beziehungen also, die in das durch Emotionen, Sitten und soziale Regeln, aber auch durch materielle Interessen und Verpflichtungen konstituierte und gelenkte komplexe System der Familie eingebettet sind. Als solche war und sind Vater-Sohn-Beziehungen eng verwoben mit der Familien- wie aber auch mit der Gesellschaftsentwicklung. Darüber hinaus fiel ihnen in der stark von familiären Strukturen durchdrungenen politischen Kultur um 1800 eine zentrale Rolle für die (De-)Stabilisierung der politischen Ordnung im engeren Sinn zu. Sozialer Wandel musste sich hier dementsprechend deutlich – und insbesondere als Konfliktpotential – auswirken, sei dies dank deutlich anwachsender Handlungsspielräume der Söhne gegenüber den Vätern bzw. den Eltern oder gar der älteren Generation insgesamt, sei dies durch verstärkte Bemühungen der Vätergeneration um die Beibehaltung des Status quo und der familiären Ordnung gegen die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen und De-Stabilisierungen.
Ziel der Studie ist es, differenziertes Wissen über Verhaltensweisen und –normen zwischen Vätern und ihren Söhnen um 1800 und damit gegebenenfalls auch Einblick in psychohistorische Dynamiken eines epochalen Wandlungsprozesses zu gewinnen. Auf der Basis vor allem von Selbstzeugnissen in Form von Briefkorrespondenzen zwischen Väter und Söhnen bzw. weiteren Familienmitgliedern will die Studie somit einen Beitrag zur Erforschung der Vater- und der Sohnrolle sowie der gesellschaftlichen Konstruktion und Einbettung dieser spezifischen Männlichkeitsbilder in der sogenannten "Sattelzeit" und damit letztlich auch zur Beantwortung der Frage leisten, inwiefern private, familiäre Beziehungen und öffentlich-politische Wandlungsprozesse ineinandergreifen und sich gegenseitig bedingen.
Forschungsschwerpunkte
- Geschichte des 18./19. Jahrhunderts
- Schweizer Geschichte des 18./19. Jahrhunderts
- Historische Männerforschung und Geschlechtergeschichte
- Familien- und Generationenbeziehungen
- Briefforschung
Mitgliedschaften und Ehrungen
- Kollegiatin des Graduiertenkollegs „Gender in Motion – Wandel und Persistenz in den Geschlechterverhältnissen“ unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Maihofer am Zentrum Genderstudies in Basel
- Schweizerischen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (SGEAJ)
- Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG)


